Umbauprojekt Pfrundscheune Sutz

Kultur & Begegnung

Bei der Pfrundscheune Sutz handelt es sich um ein denkmalgeschütztes Objekt, welches sich in das Ensemble mit Kirche und Pfarrhaus einbettet und somit eine einmalige Komposition von hoher Qualität darstellt. (Nähere Infos unter Geschichte). Sie ist im Besitz der Kirchgemeinde Sutz-Lattrigen.
Bewohnbar ist die Pfrundscheune heute allerdings nicht. Sie kann nur als Garage und Geräteraum genutzt werden. In einem Teil der Scheune befinden sich zudem die öffentlichen Toiletten der Kirche.

Das Dach der Pfrundscheune befindet sich in einem sehr schlechten Zustand und muss in den nächsten Jahren saniert werden. In diesem Zusammenhang hat sich der Kirchgemeinderat überlegt, ob es bei den hohen Kosten eines neuen Daches nicht sinnvoll wäre, einen Gesamtausbau ins Auge zu fassen, damit sich die Räumlichkeiten dann auch wirklich nutzen lassen.
In Zusammenarbeit mit dem Architekturbüro Walter Rey und unter Einbezug der Berner Denkmalpflege wurde ein Ausbauprojekt ausgearbeitet.

Die Pfrundscheune soll in zeitgemäßer Form belebt werden und geeignete Räumlichkeiten für verschiedene Anlässe zur Verfügung stellen. Ziel ist eine verträgliche Nutzung unter Bewahrung historischer Bausubstanz. Neben den Aktivitäten der Kirchgemeinde, soll ein kleines aber feines kulturelles Programm einem breiteren Publikum Platz bieten. Mit dem integrierten Ofenhaus möchten wir eine alte Tradition wieder aufleben lassen und damit eine weitere Möglichkeit für Begegnungen schaffen. Die Räumlichkeiten sollen aber auch für geschäftliche Anlässe oder private Feiern genutzt werden können.

Das Projekt wurde an mehreren Anlässen der Bevölkerung vorgestellt. Aus den zahlreichen Interessierten haben sich eine Kultur-, Ofenhaus- und Projektgruppe gebildet. Geplant ist, dass daraus später zwei Vereine gebildet werden, die unter dem Patronat des Kirchgemeinderates den Betrieb selbstständig organisieren. Ab November 2018 werden die beiden Gruppen verschiedene Anlässe organisieren, um das Projekt Pfrundscheune weiter bekannt zu machen. Nähere Infos finden Sie zu gegebener Zeit unter News.

Hinter dem Projekt steht der Kirchgemeinderat:
Rebecca Jutzi (Präsidium)
Jürg Fäs (Ressort Liegenschaften)
Annemarie Rüfli (Ressort Senioren)
Kathrin Rindlisbacher (Ressort Finanzen)
Manfred Bäni (Ressort KUW)

Unterlagen anlässlich der Kirchgemeindeversammlung vom März und November 2017

Es sind die Begegnungen mit Menschen,
die das Leben lebenswert machen

Guy de Maupassant

Pfrundscheune Sutz

Geschichtliches

Die Pfrundscheune – ein historisches und architektonisches Denkmal

Seit dem frühen Mittealter war es üblich, dass der Geistliche einer Pfarrkirche aus den Erträgen der dieser Kirche gehörender Güter unterhalten wurde. Die Pfründe (von lat. praebenda = Unterhalt, von praebere = darreichen, geben) bezeichnete sowohl den Nutzen als auch das damit verbundene Amt. Die Besoldung der Pfarrer aus den Erträgen des Kirchenguts wurde auch nach der Reformation beibehalten. Das Pfrundgut bestand aus Gebäuden, Vieh, Ackerland, Wiesen und Wald, gegebenenfalls auch aus Reben. Zur Pfarrkirche und zum Pfarrhaus gehörte deshalb auch ein Ökonomiegebäude, meist in Form einer Pfrundscheune. Sie enthielt im Erdgeschoss Ställe für Pferde, Kühe, Schweine, Schafe oder Ziegen sowie Tennen und Remisen, im Obergeschoss wurden Heu, Stroh, Korn und andere Vorräte gelagert. Die Pfrundscheune ist als Baukörper dem Pfarrhaus oft und bisweilen sogar der Kirche durchaus ebenbürtig.

Kirche, Pfarrhaus und Pfrundscheune bilden vielerorts noch heute ein architektonisches Ensemble, das den Charakter eines Pfarreibezirks auszeichnet. Oft gehörten auch Kleinbauten wie etwa Speicher, Ofenhaus oder Waschhaus dazu.

Die Bewirtschaftung des Pfrundgutes wurde ursprünglich von Knechten besorgt, später aber üblicherweise einem Pächter übertragen. Der Staat – seit der Reformation meistens der Inhaber des Kirchensatzes und damit der Pfrundgüter – hat den Pfrundscheunen deshalb grosse Bedeutung beigemessen. Die Berner Obrigkeit hatte sie im 17. und 18. Jahrhundert landauf, landab neu erbauen oder vergrössern lassen. 1804 übernahm der Kanton Bern die Verwaltung der Pfrundgüter und die Pfarrer erhielten ihren Lohn fortan in Geld. Ihrem ursprünglichen Zweck heute meist entfremdet, werden die unter Denkmalschutz gestellten Scheunen oft kulturell oder multifunktional genutzt.

Margrit Wick-Werder, Dr. phil., Historikerin

Die Pfrundscheune von Sutz

Die 1615/16 vom Nidauer Maurer und Steinhauer Hans Heinrich Begging und Söhnen neu erbaute Pfrundscheune erhielt beim Umbau von 1731/1735 ihre heutigen Ausmasse. Weitere Veränderungen erfolgten im 19. Jahrhundert, wobei auch die mit der Jahreszahl 1616 und dem Berner Wappen versehene Türeinfassung versetzt wurde. Im 18. oder 19. Jahrhundert wurde der Trüel (Kelter) vom Pfarrhaus in die Pfrundscheune verlegt und fortan von den Dorfbewohnern mitbenutzt; nach der Aufhebung der Pfrundreben (1891) wurde er demontiert. Von einem kleinen, ostseitigen Anbau unbekannter Bedeutung sind noch die Spuren des Daches im Verputz erkennbar (vgl. Ansichten von Samuel Weibel [1825] und Friedrich von Rütte [um 1870] sowie Plan der Pfrunddomäne [1900]).

Von den einstigen Ställen sind nur noch die Raufenläden im Tenn erhalten; alle andern Strukturen sind durch jüngere Eingriffe (Garage, Werkstatt, Remise, WC-Anlagen) zerstört. Das Obergeschoss hingegen ist weitgehend erhalten. (Nach Andres Moser, Kunstdenkmäler des Kts. Bern, Landband III, S. 222)

Eine sorgfältige, heutigen Bedürfnissen angepasste und unter der Obhut der Denkmalpflege durchgeführte Umnutzung kann die Pfrundscheune als markantes Element des Kirchenareals von Sutz nur aufwerten.

Margrit Wick-Werder, Dr. phil., Historikerin

Projekt

News

24. Januar 2019

19.30 Uhr Pfrundscheune Kulturtisch

In der Pfrundscheune am Kulturtisch mit der Bieler Historikerin Dr. phil. Margrit Wick-Werder zur Geschichte der Pfrundscheune Sutz. Anschliessend Apéro und Diskussion.

10. Dezember 2018

Sophie und Karl Binding Stiftung

Beitragsgesuch eingereicht.

Erfolgreiche Premiere der Ofenhausgruppe zum 2. Advent!

Die feinen Grittibänzen und die reiche Auswahl an Weihnachtsgüezi sind weg wie warme Weggli! Merci an alle, die den Weg trotz Regen und Sturm zur Pfrundscheune auf sich genommen haben.

OfenhausgruppeAdventsbacken der Ofenhausgruppe

Samstag 8. Dezember 2018

Die Ofenhausgruppe lädt ein!
Chunsch ou?

Ofenhausbacken Pfrundscheune Sutz
An unserem Marktstand bei der Pfrundscheune verkaufen wir selbstgemachte
GRITTIBÄNZE, WEIHNACHTSGEBÄCK, GLÜHWEIN UND GLÜHMOST.

Herzliche willkommen
Samstag 8. Dezember 2018
von 11.00 bis 17.00 Uhr

19.09.2018

Kantonale Denkmalpflege

Zusage Beitrag an das Umbauprojekt "Pfrundscheune" von CHF  168'000.--

07./08. September 2018

Projektvorstellung am Dorffest

Am Stand der Ofenhausgruppe kann Brot gebacken werden und damit hoffentlich das Interesse am Ofenhaus "angefeuert" werden. Haben Sie Interesse mitzumachen, schreiben Sie sich in die aufgelegten Listen ein!

Im Zelt der Projektgruppe können Sie einen Blick auf unsere Vision werfen. Möchten Sie das Projekt unterstützen? Dann schreiben Sie sich in die aufgelegte Liste ein, damit wir Sie für die Crowdfunding-Aktion im Frühsommer 2019 kontaktieren können.

10.08.2018

Schweizerischer Lotteriefonds

Zusage Beitrag zum Umbauprojekt "Pfrundscheune" von CHF 121'000.--

01.08.2018 - 30.06.2019

Finanzierung

Gesuche an Stiftungen, Institutionen, Firmen und Private

30. Januar 2018

Infoveranstaltung Pfrundscheune

Der Kirchgemeinderat stellt das Projekt Pfrundscheune vor mit zahlreichen Dokumentationen und Plänen, sowie Erläuterungen von Architekt Walter Rey. Der Anlass stiess auf grosses Interesse und es bildeten sich daraus drei Gruppen (Ofenhaus-, Kultur- und Projektgruppe).

Wir freuen uns über Ihre

Nachricht

Haben Sie Vorschläge, Anregungen oder Interesse mitzumachen?
Zögern Sie nicht uns zu kontaktieren.